Erste Bilanz des Rauchverbots

Ein Monat nach Einführung des Rauchverbots zeigt sich ein gemischtes Bild in der Branche.

 

Erste Erfahrungen (45 befragte Betriebe) mit dem generellen Rauchverbot in der Gastronomie

  • Überwiegend Zustimmung innerhalb der Branche zur aktuellen einheitlichen Regelung.
  • Rund 70 Prozent der Vorarlberger Gastronomie und 90 Prozent der Hotellerie waren in Vorarlberg bereits lange vor dem 1. November rauchfrei.
  • Durchwegs positive Erfahrungen der bereits auf rauchfrei umgestellten Betriebe.
  • Erfahrungen und Auswirkungen sind sehr individuell und sogar innerhalb vergleichbarer Betriebsarten sehr unterschiedlich (hängt von vielen Faktoren ab: Gästeschicht, Betriebskonzept, Standort, usw.).
  • Betriebe die schon früher umgestellt haben, berichten alle einhellig, dass sie in der Umstellungsphase Veränderungen und Probleme hatten. In der Regel hat es sich aber nach einer Übergangszeit wieder eingependelt und normalisiert.
  • Für Betriebe, die derzeit gerade umstellen, sind nach nur vier Wochen keine seriösen Prognosen über die langfristigen Auswirkungen möglich.


In der Umstellungsphase waren und sind alle Betriebe mit Veränderungen konfrontiert.

 

Häufig genannte Probleme in der Umstellungsphase:

  • Umsatzrückgänge (vor allem Bargeschäft leidet)
  • Kürzere Aufenthaltszeiten der Gäste
  • Gäste bleiben zum Teil ganz aus
  • Atmosphäre/Stimmung verändert sich
  • Gäste rauchen vor dem Betrieb bzw. auf der Straße (Lärmbelästigung, Verschmutzung)

 

Positive Rückmeldungen von rauchfreien Betrieben nach der Umstellung:

  • Durchwegs positive Reaktionen der Gäste
  • Neue Gästeschichten können gewonnen werden
  • Gute Luft für Gäste und Mitarbeiter
  • Positive Rückmeldungen der Mitarbeiter
  • Zum Teil Umsatzsteigerungen und mehr Gäste

 

Stadt-/Business-Hotellerie:

Die meisten Betriebe sind schon lange rauchfrei, überwiegend keine Probleme. Vereinzelt stört der Lärm der Raucher vor dem Haus die eigenen Gäste und die Nachbarn.

 

Ferienhotellerie:

Durchwegs kein Problem. Gäste aus anderen Ländern sind es gewohnt „vor der Tür“ zu rauchen. Durch die Ausnahme im Gesetz bieten einige Betriebe Raucherräume bzw. Außenbereiche mit Wärmelampen an.

 

Speisegastronomie:

Fast ausnahmslos schon lange rauchfrei. Durchwegs positive Erfahrungen. Nicht mehr anders vorstellbar.

 

(Zum Teil) Verlierer des Rauchverbots:

Bars/Nachtbetriebe/Shishabars/Innenstadtwirte/ältere Traditionswirtshäuser mit klassischen Stammtischen und überwiegendem Getränkeumsatz:

  • Größte Betroffenheit aller Betriebsarten
  • Zum Teil große Umsatzrückgänge bis zu 40 Prozent
  • Gäste bleiben aus
  • Kürzere Aufenthaltsdauer
  • Gäste gehen früher nach Hause

 

Forderung der Branche an den Gesetzgeber:

Größtes Problem für die Branche insgesamt könnte die Lärmentwicklung von rauchenden Gästen vor dem Lokal bzw. auf der Straße werden. Nach derzeitigen Rechtsstand kann der Wirt für diese Lärmentwicklung vor seinem Betrieb verantwortlich gemacht werden.