Andrew Nussbaumer im Interview 


Der Obmann der Gastronomie stellt die Sinnhaftigkeit der Rücknahme des Rauchverbots in Frage. Gleichzeitig begrüßt er die geplanten Maßnahmen zur Arbeitszeitflexibilisierung.


Die Rücknahme des generellen Rauchverbots in der Gastronomie wird in Vorarlberg skeptisch gesehen. "Für einen Teil der Wirte ist dies sicherlich ein Vorteil. Der Großteil unserer Gastronomen hält die Rücknahme jedoch für einen Rückschritt“, bedauert Andrew Nussbaumer, Fachgruppenobmann Gastronomie in der WKV. Auch die meisten Gäste teilen diese Meinung. „Die Nachfrage bei den Gästen hat sich klar in Richtung generelle Rauchfreiheit in den Lokalitäten entwickelt“, so Andrew Nussbaumer. Außerdem hätten die Gastronomen selbst  praktisch ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Nichtraucherschutz gemacht. Kritisch merkt Nussbaumer weiters an, dass die Rücknahme gegen den allgemeinen Trend erfolge. Außerdem werde nicht die bestehende Regelung belassen, sondern es sei daran gedacht, angelehnt an das "Berliner Modell" *,  neue Bestimmungen einzuführen, die wiederum neue Fragen aufwerfen.

 

Die geplante Flexibilisierung und Ausweitung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit wird von der Gastronomie und Hotellerie hingegen ausdrücklich begrüßt. Nussbaumer: „Diese Forderung haben wir schon lange aufgestellt und immer wieder deren Umsetzung verlangt.“ Jetzt sei es wichtig, dass die Umsetzung der neuen Bestimmungen praxisnah erfolge.



* Nach dem Berliner Modell wären Raucherlokale unter folgenden Voraussetzungen erlaubt:


- weniger als 75m² Gastraumfläche (Grundfläche inkl. Tresen)

- kein Zutritt für Personen unter 18 Jahren

- keine vor Ort zubereiteten Speisen

- deutlich sichtbare Hinweisschilder im Eingangsbereich