Mehrwertsteuererhöhung von 10% auf 13% für Beherbergung

Der erhöhte Mehrwertsteuersatz von 13% kommt erst ab 1. Mai 2016 zur Anwendung. Das ortsübliche Frühstück wird im Gesamtpreis mit 10 % besteuert.

Während für die meisten Umsätze die Erhöhung der Mehrwertsteuer bereits mit 1.1. 2016 in Kraft tritt, konnten für die Beherbergung ein späteres Inkrafttreten und eine Übergangsbestimmung erreicht werden:



  • Der erhöhte Satz von 13% kommt erst ab 1. Mai 2016 zur Anwendung.
  • Für Umsätze, die aufgrund von Buchung und Anzahlung bzw. Vorauszahlung vor dem 1. September 2015 zwischen 1. Mai 2016 und 31. Dezember 2017 ausgeführt werden, gilt weiterhin der 10% Steuersatz.



Ortsübliches Frühstück im Gesamtpreis inkl. Frühstücksgetränke 10% USt:
Die Verabreichung eines ortsüblichen Frühstücks inklusive der Frühstücksgetränke, wenn dies zusammen mit der Beherbergung erbracht wird, ist auch weiterhin nur mit 10% zu besteuern. Der Begutachtungsentwurf hatte hier noch 13% vorgesehen.

Preisauszeichnung Frühstück/Halbpension/Vollpension
Bei getrennter Preisauszeichnung gelten grundsätzlich folgende Sätze:
- Speisen 10% USt
- Beherbergung 13% USt
- Getränke 20% USt
 

Liegen keine getrennten Preise für die Beherbergung und die Verpflegung vor, sondern ausschließlich Pauschalpreise, ist nach den Kosten (für die Beherbergung bzw. die Restauration) aufzuteilen.  Zur Schaffung von Rechtssicherheit und zur Vereinfachung in den oben genannten Fällen, wurden vom Bundesministerium für Finanzen in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Hotellerie und der Bundessparte prozentuelle Kostenaufteilungssätze auf Grund von Erfahrungswerten für unterschiedliche Angebotskategorien festgesetzt, die für die Aufteilung auf die jeweiligen Steuersätze (13% für Beherbergung; 10% für Restauration inkl. Frühstücksgetränke, ohne weitere Getränke) herangezogen werden können. Mit diesen Sätzen ist es gelungen, einen Großteil der heimischen Hotellerie zu begünstigen. Zudem können Hoteliers für die Zuordnung zu den Preiskategorien alternativ auch auf die durchschnittlichen Umsätze des vorangegangenen Veranlagungszeitraums zurückgreifen.

  

Diese Aufteilung der Kosten bei Nichtvorliegen von Einzelverkaufspreisen kann vom Unternehmer aufgrund von Erfahrungswerten im Bereich der Beherbergung differenziert nach Preiskategorien (brutto) wie folgt festgesetzt werden:

  

Preis pro Person und Nacht bis 140 Euro:

Zimmer (13%)/Frühstück (10%)       =     Verhältnis 80% / 20%

Zimmer (13%)/Halbpension (10%) =     Verhältnis 60% / 40%
Zimmer (13%)/Vollpension (10%)   =     Verhältnis 50% / 50%



Preis pro Person und Nacht bis 180 Euro:

Zimmer (13%)/Frühstück (10%)       =    Verhältnis 82,5% / 17,5%
Zimmer (13%)/Halbpension (10%)  =    Verhältnis 65% / 35%
Zimmer (13%)/Vollpension (10%)    =    Verhältnis 55% / 45%



Preis pro Person und Nacht bis 250 Euro:

Zimmer (13%)/Frühstück (10%)      =     Verhältnis 85% / 15%

Zimmer (13%)/Halbpension (10%) =    Verhältnis 70% / 30%

Zimmer (13%)/Vollpension (10%)   =    Verhältnis 60% / 40%



Preis pro Person und Nacht über 250 Euro:

Zimmer (13%)/Frühstück (10%)     =     Verhältnis 90% / 10%

Zimmer (13%)/Halbpension (10%) =   Verhältnis 80% / 20%

Zimmer (13%)/Vollpension (10%)   =   Verhältnis 70% / 30%


 

Für die Zuordnung zu den jeweiligen Preiskategorien kann vom Unternehmer alternativ auch auf die entsprechenden durchschnittlichen Umsätze (des Hotels bzw. bei Reisebüros oder Reiseveranstaltern aller Hotels) des vorangegangenen Veranlagungszeitraums je Angebotsumfang (zB Umsatz des vorangegangenen Veranlagungszeitraums aus Halbpension dividiert durch die Anzahl an Beherbergungen aus Halbpension des gleichen Zeitraums) zurückgegriffen werden.

 

Beispiel:

Im Jahr 2015 wurden im Bereich der Halbpension Umsätze iHv 96.000 Euro brutto (1.200 Beherbergungsleistungen), im Bereich der Vollpension Umsätze iHv 156.000 Euro brutto (1.600 Beherbergungsleistungen) erzielt. Der durchschnittliche Preis der Halbpension hat somit 80 Euro (brutto), jener der Vollpension 97,5 Euro (brutto) betragen. Die Entgelte der Beherbergungsleistungen im Bereich der Halbpension können im Jahr 2016 im Verhältnis 60% / 40% aufgeteilt werden, jene im Bereich der Vollpension im Verhältnis 50% / 50% (jeweils Preiskategorie bis 140 Euro).

   

Getränke (ausgenommen Getränke im Rahmen der Verabreichung eines ortsüblichen Frühstücks im Zusammenhang mit der Beherbergung) sind separat zu behandeln und unterliegen grundsätzlich dem Normalsteuersatz.

   

Beispiel:

Der Verkaufspreis eines Halbpensionszimmers liegt bei 130 Euro (brutto) pro Person und Nacht. Da keine Einzelverkaufspreise für die Beherbergung bzw. Verköstigung vorliegen, kann der Verkaufspreis im Verhältnis 60% / 40% aufgeteilt werden. 69,03 Euro (= 130 Euro x 60% / 1,13) sind mit 13% zu besteuern; 47,27 Euro (= 130 Euro x 40% / 1,1) sind mit 10% zu besteuern. Somit fallen 13,7 Euro Umsatzsteuer an.

  

Folgende Leistungen gelten gemäß UStR-Wartungserlass 2015 als regelmäßig mit der Beherbergung verbundene Nebenleistungen und werden daher nicht separat verrechnet:

  • Begrüßungstrunk,
  •  Vermietung von Parkplätzen, Garagenplätzen oder von Hotelsafes,
  • Kinderbetreuung,
  • Überlassung von Wäsche (zB Bademäntel),
  • Zurverfügungstellung von Fernsehgeräten,
  • Verleih von Sportgeräten,
  • Zurverfügungstellung von Sauna, Solarium, Dampf- und Schwimmbad, Fitnessräume,
  • Verabreichung von Massagen,
  • Verleih von Liegestühlen, Fahrrädern und Sportgeräten,
  • geführte Wanderungen oder Skitouren,
  • Zurverfügungstellung eines Tennis-, Golf- oder Eislaufplatzes, einer Kegelbahn oder Schießstätte usw.,
  • die Bereitstellung von Tennis-, Ski-, Golf- oder Reitlehrern,
  • die Abgabe von Liftkarten (zB Skilift), von Eintrittskarten (zB Theater), der Autobahnvignette oder - zB in Kärnten - der "Kärnten-Card",
  • Animation, Wellness-Leistungen, ausgenommen hiervon sind Beauty- bzw. Kosmetikbehandlungen,Tischgetränke (einschließlich zwischen den Mahlzeiten oder an der Bar abgegebene Getränke) von untergeordnetem Wert (Einkaufswert liegt unter 5% des Pauschalangebotes); in diesem Fall erhöhen sich die in Rz 1369 festgesetzten Prozentsätze für die Beherbergung (Zimmer) um 5%. Liegt der Verkaufspreis eines Halbpensionszimmers bspw. bei 130 Euro (brutto) pro Person und Nacht, wäre dieser somit, wenn keine Einzelverkaufspreise vorliegen, im Verhältnis 65% / 35% aufzuteilen. 74,78 Euro (= 130 Euro x 65% / 1,13) sind mit 13% zu besteuern; 41,36 Euro (= 130 Euro x 35% / 1,1) sind mit 10% zu besteuern. Somit fallen 13,86 Euro Umsatzsteuer an.

          

Wird allerdings im Rahmen einer so genannten "Golf(trainings)woche" annähernd täglich die Benützung eines Golfplatzes und dazu auch noch ein mehrmaliger Golfunterricht oder die Teilnahme an einem Golfturnier angeboten, so können diese zusätzlichen Leistungen aufgrund des Leistungsumfanges nicht mehr als üblicherweise mit der Beherbergung verbundene Nebenleistungen angesehen werden. Das Gleiche gilt für vergleichbare Sport ode Freizeitkurse (zB Segel-, Tenniswochen, usw.).

   

Mwst-Splitting All-Inclusive:

Die Aufteilung bei All-Inclusive Paketen richtet sich grundsätzlich nach den eben ausgeführten Erfahrungssätzen für Vollpension (wenn drei Mahlzeiten inkludiert sind). All-Inclusive Pakete können alternativ allerdings auch komplett mit 13% besteuert werden. Wenn ein Hotel jedoch beispielsweise lediglich zwei Mahlzeiten anbietet, aber alle Getränke, etc. im  „Paket" enthalten sind, kann das Hotel die unter Punkt 3. angeführten Erfahrungssätze für Halbpension heranziehen.

 

Zudem sind bei „All-Inclusive"-Angeboten gemäß UStR-Wartungserlass 2015 die Benützung von Sporteinrichtungen, Tischgetränke beim Abendessen und Begrüßungscocktails sowie Wanderungen (Skitouren) inkludiert. Weiters sind die gemäß  UStR-Wartungserlass 2015 angeführten Leistungen auch bei All-Inclusive nicht separat zu verrechnen, sondern gelten als mit der Beherbergung verbundene Nebenleistungen.

  

Wenn die Aufteilung nach den Erfahrungssätzen erfolgt und die (gemäß UStR-Wartungserlass 2015) inkludierten Tischgetränke von untergeordnetem Wert sind (Einkaufswert liegt unter 5%), erhöhen sich die Prozentsätze für die

Beherbergung (Zimmer) um 5% (die Prozentsätze für Frühstück/Halbpension/Vollpension sinken um 5%). Liegt der Verkaufspreis eines Halbpensionszimmers bspw. bei 130 Euro (brutto) pro Person und Nacht, wäre dieser somit, wenn keine Einzelverkaufspreise vorliegen, im Verhältnis 65% / 35% aufzuteilen. 74,78 Euro (= 130 Euro x 65% / 1,13) sind mit 13% zu besteuern; 41,36 Euro (= 130 Euro x 35% / 1,1) sind mit 10% zu besteuern. Somit fallen 13,86 Euro Umsatzsteuer an.